Annuitätendarlehen- Möglichkeit der Fremdmittelfinanzierung
Unter den Produkten der Baufinanzierung gilt das Annuitätendarlehen immer noch als klassische Standardlösung, für den Darlehensnehmer, der das Wohneigentum selber nutzen will.
Zu den Vorteilen dieser Darlehensform gehört unter anderem, dass es für den Kreditnehmer kein Zinsrisiko während der festgeschriebenen Vertragslaufzeit gibt.
Diese Darlehensform beinhaltet unter anderem, dass über eine vertraglich festgelegte Zinsbindungszeit eine konstante Rate mit einem festen Tilgungsanteil gezahlt wird. Zusammengesetzt sind die Raten aus dem Nominalzinssatz und dem Tilgungssatz, der zu Beginn der Laufzeit mindestens ein Prozent betragen muss.
So wird das Annuitätendarlehen Monat für Monat zurück gezahlt, wobei sich der Zinsanteil der zu leistenden Rate verringert, während parallel dazu der Tilgungsanteil kontinuierlich durch die eingesparten Zinsen ansteigt.
Hat der Darlehensnehmer eine kurze Zinsbindungsfrist mit der kreditgebenden Bank vereinbart und dem Darlehensnehmer ist es nicht gelungen, bis dahin zu tilgen,
muss die noch verbleibende Restschuld durch eine Anschlussfinanzierung getilgt werden.
Daher ist die Länge der Laufzeit entscheidend für das Gesamtvolumen eines Darlehens.
Liegt der aktuelle Zinssatz im Vergleich zu historischen Zinssätzen niedrig und der Kreditnehmer muss für die Zukunft mit einem Zinsanstieg rechnen, macht es Sinn, mit der Bank eine längere Laufzeit zu vereinbaren. Prognostiziert man jedoch fallende Zinsen, sollte sich der Darlehensnehmer für eine kürzere Laufzeit, beziehungsweise Zinsbindung entschließen.
Jedoch muss man bedenken, dass dann das Darlehen noch nicht getilgt sein kann und eine Anschlussfinanzierung erforderlich wird. Diese kann unter Umständen dann nur, wenn mittlerweile das Zinsniveau angestiegen ist, mit einer höheren Verzinsung abgeschlossen werden
.
Auch gestaltet sich das Festlegen des Einganstilgungssatzes als entscheidend beim Zurückzahlen eines solchen Darlehens. Bei einem einprozentigen Eingangstilgungssatzes würde die vollständige Tilgung des Annuitätendarlehens rund 32 Jahre dauern.
Ist der Kreditnehmer jedoch liquide, sollte mit der Bank ein höherer Tilgungssatz vereinbart werden, wie beispielsweise zwei oder drei Prozent. Dann wird das Annuitätendarlehen wesentlich schneller getilgt und der Kreditnehmer hat zudem die Möglichkeit Zinsen einzusparen.
Jedoch ist hier auch Vorsicht geboten.
Wer seine persönlichen finanziellen Mittel nicht realistisch einschätzt, kann mit der monatlichen Ratenzahlung schnell in Verzug kommen.
Konditionsvergleiche können Aufschluss darüber geben, mit welcher Bank der Darlehensnehmer seinen Kreditvertrag abschließt. In erster Linie eignet sich dieses Finanzprodukt für Kreditnehmer, die ihre Immobilie selber nutzen, kein Zinsrisiko eingehen und jederzeit über den exakten Verlauf ihrer Tilgung informiert sein wollen.

