Vom Bunten zum Unbuntenen
Die Farbgestaltung in Kindergärten ist häufig überschwänglich. Kinder sollen durch Farben angeregt werden. Diese Vielfalt der Farbgestaltung wird noch an die Grundschulen übernommen. In der Hauptschule, an den Realschulen und Gymnasien lässt diese Farbenvielfalt nach. Sie wird auf bestimmte Räume, die der Kunst und Kultur gewidmet sind, reduziert und durch Sichtbeton in Grau ersetzt. In den oberen Klassen der Gymnasien beherrschen Grautöne die Klassengestaltung. Ähnliches kann auch an den Fassadenfarben der Schultypen beobachtet werden.
Bunte Farben verleihen Anregung und Energie. Unbunte Farben wirken statisch und tot. Schulmüdigkeit und Energielosigkeit der Schüler werden oftmals beklagt, dabei werden den Schülern durch die unbunten Farben die Anregungen, die Ideenreichtum und Spontanität förden systematisch entzogen.
Gerade in Walldorfschulen wird ein anderer Weg in der Farbgestaltung gegangen. Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass Walldorfschüler nicht schlechter oder besser bei Prüfungen abschneiden als Schüler aus dem traditionellen Schulsystem. Jedoch berichten Walldorfschüler rückblickend von einer angenehmeren Schulzeit als die Schüler anderer Schulen.
Die Kosten für farbige Raumgestaltung sind in der Regel vom Materialwert nicht teurer als die bisherige Praxis. Daneben kann Farbwirkung gezielt genutzt werden: beispielsweise kann das Baker-Miller-Pink, ein Farbton zwischen Blau und Rosa, dazu beitragen an Brennpunktschulen die Aggressionen zu reduzieren. Orange und gelbliche Farbtöne fördern die Kommunikation bei Projektarbeiten und blaue Farbtöne können in Prüfungssituationen das Lampenfieber reduzieren.

